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Blutegeltherapie

Die Blutegeltherapie zählt zu einer der ältesten Heilmethoden der Welt. Schon vor über 4000 Jahren verzeichnen Schriften der unterschiedlichsten Kulturen, dass Blutegel zur Therapie vieler Krankheiten eingesetzt wurden. 

Die heute zu medizinischen Zwecken verwendeten Blutegel gehören fast ausschließlich zu der Art Hirudo medicinalis und werden speziell für die Therapie gezüchtet. 

In dem Speichel der Blutegel, der Saliva genannt wird, befindet sich ein Wirkstoffcocktail von Blutgerinnungshemmern, schmerzlindernden Substanzen und Entzündungshemmern, die bei dem Biss des Blutegels abgegeben werden. 

Beißt ein Egel, werden durch die Saliva die Durchblutung und der Lymphfluss gesteigert, Thromben gelöst sowie Entzündungen und Schmerzen bekämpft. Durch das gleichzeitige Absaugen von Blut wirkt die Blutegeltherapie entstauend und wie ein kleiner Aderlass.

Die wichtigsten Wirkstoffe der Saliva sind:

  • Hirudin, es hemmt die Blutgerinnung und wird beispielsweise Einsatz bei der Behandlung eines Herzinfarktes 
  • Calin, es hemmt ebenfalls die Blutgerinnung und bewirkt, dass die Wunde nachblutet und somit gereinigt wird (Aderlass)
  • Hyaluronidase, ein Stoff der das Gewebe auflockert und und somit sicherstellt, dass heilungsfördernd Substanzen sich gut im Gewebe ausweiten können. Dieser Stoff wird in der Medizin beispielsweise als resorptionsfördernder Zusatz in Injektionspräperaten verwendet.
  • Egline, ein Entzündungshemmer der auch Schmerzen lindert
  • Bdelline, ebenfalls ein Stoff der entzündungshemmende und schmerzlindernd Eigenschaften hat
  • Orgelase, ein  Stoff der den Lymphtransport beschleunigt 
  • Serotonin, ein Stoff der zu den Glückhormonen zählt 

 

Wie können Blutegel eingesetzt werden?

Aufgrund ihrer großen Wirkstoffabdeckung ergibt sich ein breites Indikationsfeld. Somit werden Blutegel unter anderem eigesetzt bei:

  • Arthritis und Arthrose (z.B. Schale oder Spat)
  • Ataxie (Störung der Bewegungskoordination)
  • Bisswunden
  • Druckstellen (z.B. Sattel- und Geschirrdruck)
  • Durchblutungsstörungen
  • Dysplasien (z.B. HD und ED)
  • Ekzeme, Hot Spots, Juckreiz (z.B. Leckekzem, Mauke, Sommerekzem, Zwischenzehenekzem)
  • Entzündungen
  • Erkrankungen und Verletzungen des Sehnen- und Bandapparates (z.B. Fesselträgerentzündungen, Patellaluxation, Sehnen- und Sehnenscheidenentzündungen, Kreuzbandriss)
  • Gallen (z.B. Fesselgelenksgallse, Piehacke, Nackenbeule)
  • Hämatome und Prellungen (Blutergüsse)
  • Huf- Krallenerkrankungen (z.B. Rehe, Hornfäule, Hufkrebs)
  • Hufrollenproblematiken (Podotrochlose)
  • Lumbago (Kreuzverschlag/„Hexenschuss“)
  • Lymphangitis (Lymphbahnenentzündungen)
  • Mastitis (Gesäuge- bzw. Euterentzündungen)
  • Myogelosen und Myalgien (Muskelverhärtungen und Muskelschmerz)
  • Ödeme
  • Narbenstörungen (auch post-OP)
  • Neuriden (Nervenreinzungen und -entzündungen)
  • Phlegmone (Einschuss, Abzesse)
  • Venenerkrankungen (z.B. Thrombose)
  • Wirbelsäulenerkrankungen (z.B. Bandscheibenvorfall, Cauda Equina Syndrom, Kissing Spines, Spondylose)
  • Wundheilungsstörungen
  • Zahn- und Kiefererkrankungen
  • Zeckenbiss (besonders wenn Komplikationen auftreten)

 

Behandlung

Die Dauer der Behandlung liegt bei 20-90 Minuten, je nachdem wie lange die Egel saugen. Sobald der Egel gebissen hat verbleibt er am Patienten, bis er von alleine wieder loslässt. Der Saugvorgang ist anstrengend für Blutegel und so kann es auch passieren, dass der Egel während des Saugens einschläft. 

Die Anzahl der Blutegel hängt von der Krankheit und der Größe des Tieres ab. Nach der Behandlung kann es bis zu 24 Stunden dauern, bis die Wunde nicht mehr blutet - dies ist ein erwünschter Nebeneffekt. Das Nachbluten darf nicht unterbunden werden, da es eine Gewebereinigung darstellt. 

Nach der Behandlung werden die Wunden maximal locker verbunden, am besten ist es jedoch, wenn die Bisswunde offen bleibt und die Tiere sich selbstständig sauber halten - durch das Ablecken der Wunde wird die Nachblutung noch zusätzlich angeregt.


Wirkung

Die Wirkung der Blutegeltherapie tritt meistens sofort nach Abschluss der Therapie ein, manchmal dauert es jedoch 2-5 Tage, bis eine Verbesserung sichtbar wird. Bei akuten Prozessen reicht oftmals eine einzige Behandlung, chronische Prozesse erfordern häufig eine Wiederholung der Therapie nach 2-3 Wochen.


Abheilen der Bisswunde

Aufgrund der Inhaltsstoffe der Saliva verheilt die Bisswunde innerhalb weniger Tage. Bei der Heilung kann sich eine Rötung und ein Juckreiz an der Bissstelle einstellen.




 

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